Mietrendite und Kaufpreisfaktor: dieselbe Zahl, zwei Richtungen
Faktor 25 und 4 Prozent Bruttorendite sind dieselbe Aussage. Was die Kennzahlen wirklich messen, warum die Nebenkosten hineingehören und weshalb es die eine gute Rendite nicht gibt.
Stand September 2026 · Geprüfte Quellen am Ende des Artikels
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Die Bruttomietrendite: der schnelle BlickDer Kaufpreisfaktor: dieselbe Zahl, umgedrehtDie Nettomietrendite: was wirklich hängen bleibtWarum die Nebenkosten hineingehörenWas eine gute Rendite ist, und was nichtHäufige FragenDie Bruttomietrendite: der schnelle Blick
Die Bruttomietrendite ist Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis. Beim Beispielobjekt für 320.000 € mit 1.150 € Kaltmiete im Monat sind das 13.800 € im Jahr, also 4,3 %. Sie taugt zum schnellen Sortieren von Inseraten, mehr nicht: Sie ignoriert Nebenkosten, Bewirtschaftung und Finanzierung, also alles, was zwischen Miete und deinem Konto liegt.
Der Kaufpreisfaktor: dieselbe Zahl, umgedreht
Der Kaufpreisfaktor, auch Vervielfältiger, ist der Kehrwert: Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete, im Beispiel 320.000 € zu 13.800 €, also 23,2. Faktor und Bruttorendite sind dieselbe Information in zwei Richtungen: Faktor 20 heißt 5 % Bruttorendite, Faktor 25 heißt 4 %. Verkäufer sprechen gern in Faktoren, weil große Zahlen nach Substanz klingen; rechne sie im Kopf zurück, indem du 100 durch den Faktor teilst.
Die Nettomietrendite: was wirklich hängen bleibt
Die ehrlichere Kennzahl zieht ab, was der Betrieb kostet, und rechnet dazu, was der Kauf wirklich kostete: Jahreskaltmiete minus nicht umlegbare Bewirtschaftung (Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, kalkulierter Mietausfall), geteilt durch Kaufpreis plus Kaufnebenkosten. Je nach Objekt liegt sie meist spürbar unter der Bruttozahl, und genau diese Differenz trennt schöngerechnete Inserate von tragfähigen Kalkulationen.
Warum die Nebenkosten hineingehören
Die Kaufnebenkosten bringen keine Miete, kosten aber Kapital: Beim Beispielkauf machen sie aus 320.000 € eine Gesamtinvestition von 351.666 €. Auf diese Summe gerechnet wird aus Faktor 23,2 ein Faktor von 25,5, und aus 4,3 % werden 3,9 %. Wer Objekte in verschiedenen Bundesländern vergleicht, vergleicht ohne diesen Schritt Äpfel mit Birnen, denn allein die Grunderwerbsteuer streut um bis zu drei Prozentpunkte des Kaufpreises.
Was eine gute Rendite ist, und was nicht
Eine ehrliche Antwort statt einer Faustregel: Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem eine Rendite objektiv gut ist. Dieselben 4 % sind mit hohem Zins und wenig Eigenkapital eine monatliche Zuzahlung und mit viel Eigenkapital ein solider Überschuss; ein hoher Faktor kann in einer wachsenden Stadt bezahlt sein und in einer schrumpfenden teuer. Prüfe deshalb zwei Dinge statt einer Zahl: den Cashflow deiner konkreten Finanzierung im Renditerechner und die Einordnung des Standorts im Standort-Check, der Preise und Mieten je Landkreis aus amtlichen Daten zeigt. Ob das Objekt auch den schlechten Fall trägt, beantwortet danach der Objekt-Check.
Rechne es an deinem Objekt
Der Rechner zeigt Brutto- und Nettorendite nebeneinander, rechnet die Nebenkosten in die Gesamtinvestition ein und stellt den Cashflow daneben.
Renditerechner öffnenHäufige Fragen
Wie berechne ich die Mietrendite?
Bruttomietrendite: Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis. Nettomietrendite: Jahreskaltmiete abzüglich der nicht umlegbaren Bewirtschaftungskosten, geteilt durch Kaufpreis plus Kaufnebenkosten. Die Nettozahl ist die ehrlichere.
Was sagt der Kaufpreisfaktor aus?
Wie viele Jahreskaltmieten der Kaufpreis kostet. Faktor 25 entspricht 4 Prozent Bruttomietrendite, Faktor 20 entspricht 5 Prozent: Faktor und Bruttorendite sind dieselbe Information in zwei Richtungen.
Welche Mietrendite ist gut?
Das hängt am Standort, am Zustand und an deiner Finanzierung: Dieselbe Rendite kann mit teurem Darlehen eine Zuzahlung und mit viel Eigenkapital ein Überschuss sein. Rechne statt einer Faustregel den Cashflow deines konkreten Objekts.
Quellen: Standort-Check mit amtlichen Kreisdaten
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