Mietpreisbremse: der Deckel über deiner Renditerechnung

In vielen Städten darf die Miete beim neuen Vertrag höchstens 10 Prozent über der Vergleichsmiete liegen, verlängert bis Ende 2029. Wer mit der Inseratsmiete des Verkäufers kalkuliert, rechnet dort schnell mit einer Zahl, die er gar nicht verlangen darf.

Stand September 2026 · Geprüfte Quellen am Ende des Artikels

Auf dieser Seite Was die Bremse begrenztWo sie gilt, und wie lange nochDie Ausnahmen: Neubau, Vormiete, ModernisierungWas das für den Kauf bedeutetHäufige Fragen

Was die Bremse begrenzt

Bei einem neuen Mietvertrag darf die Miete höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. So steht es in § 556d BGB. Die Vergleichsmiete kommt aus dem Mietspiegel deiner Stadt, und sie liegt oft deutlich unter dem, was Inserate gerade aufrufen. Genau da wird es für Käufer gefährlich. Die Miete im Exposé ist eine Behauptung des Verkäufers. Was du nach dem Kauf bei einer Neuvermietung verlangen darfst, ist eine andere Zahl.

Wo sie gilt, und wie lange noch

Die Bremse greift nicht überall, sondern nur dort, wo ein Bundesland per Verordnung einen angespannten Wohnungsmarkt festgestellt hat. Das betrifft die meisten Großstädte und viele Universitätsstädte. Diese Verordnungen haben ein eingebautes Ablaufdatum, sie müssen spätestens mit dem 31. Dezember 2029 außer Kraft treten. Ob es danach eine Nachfolgeregelung gibt, weiß heute niemand. Für eine Kalkulation über zehn oder fünfzehn Jahre ist die ehrliche Annahme, dass die Begrenzung eher bleibt als fällt.

Die Ausnahmen: Neubau, Vormiete, Modernisierung

Drei Wege führen an der Bremse vorbei, und alle drei stehen im Gesetz. Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, sind komplett ausgenommen, ebenso die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung (§ 556f BGB). Und war die Miete des Vormieters zulässig höher als die Grenze, darfst du sie weiter verlangen. Für Kapitalanleger macht das den Unterschied zwischen zwei äußerlich gleichen Wohnungen aus. Die eine darf 14 € je Quadratmeter kosten, die andere nur 11 €, nur weil Baujahr und Miethistorie verschieden sind.

Was das für den Kauf bedeutet

Rechne mit der Miete, die du verlangen darfst, nicht mit der, die im Inserat steht. Dafür brauchst du vor dem Kauf drei Dinge. Den Mietspiegel der Stadt, die aktuelle Miete des Vormieters mit Datum, und Klarheit darüber, ob eine der Ausnahmen greift. Mit dieser Zahl gehst du dann in den Objekt-Check und siehst, ob die Rechnung trägt und wie viel Abstand zur Break-even-Miete bleibt. Liegt die zulässige Miete darunter, ist das kein Detail, sondern ein Kaufpreisargument. Der Kaufpreisfaktor gehört auf die zulässige Miete gerechnet, sonst vergleichst du Wunschzahlen.

Rechne es an deinem Objekt

Der Objekt-Check zeigt, ob die Rechnung auch mit der zulässigen Miete trägt und wie viel Luft bis zur Break-even-Miete bleibt.

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Häufige Fragen

Wo gilt die Mietpreisbremse?

Nur in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt, die das jeweilige Bundesland per Verordnung bestimmt hat. Diese Verordnungen müssen spätestens mit Ablauf des 31. Dezember 2029 auslaufen. Ob dein Zielort dazugehört, steht in der Verordnung deines Landes.

Welche Wohnungen sind ausgenommen?

Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, sowie die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung (§ 556f BGB). Außerdem darf eine zulässig vereinbarte Vormiete weiter verlangt werden.

Was passiert, wenn ich zu viel verlange?

Der Mieter kann die überhöhte Miete rügen und zu viel gezahlte Beträge zurückfordern. Für die Kalkulation heißt das schlicht, mit der zulässigen Miete zu rechnen statt mit der erhofften.

Quellen: § 556d BGB, zulässige Miethöhe bei Mietbeginn · § 556f BGB, Ausnahmen